Der Streit sophistische oder sokratische Bildung ist so alt wie die Philosophie selbst. Ist Bildung an ihrer Verwertbarkeit zu messen, an ihrer Unterstützung darin, Macht und Reichtum zu erreichen oder ist das ZIel von Bildung die Entwicklung von Mensch und Gesellschaft?

Julian Nida-Rümelin erklärt Ziele und Ansätze sokratischer bzw. humanistischer BIldung, in der es primär um die Fähigkeit geht, das Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, auch wenn dies für andere unbequem sein kann. Das ist jedoch nicht mit Egoismus gleichzusetzen, da es immer darum geht, eine Praxis zu wählen, die auch dann noch für gut befunden wird, wenn sie andere oder gar alle umsetzen würden. Es geht demnach darum, Werte zu entwickeln und diese authentisch und konsequent zu leben. Humanistische Bildung ist Erziehung zu Freiheit und Gleichheit, Fairness und Vielfalt.

In diesem Kontext ist Bildung doppelte Kohärenz: einerseits individuelle Kohärenz, dass mein Wort und meine Taten zusammenpassen; andererseits soziale Kohärenz, dass ich eingebettet bin in ein Miteinander, an dem ich mich aus guten Gründen beteilige.

Für Julian Nida-Rümelin ist damit klar, dass Bildung die Wertschätzung von Vielfalt bedeuten muss, dass es um Inklusion und nicht um Selektion geht und dass keine Bildung höheres Ansehen hat als die andere: Wissenschaft, Handwerk oder Miteinander. Hierzu kann viel Kognitives aus dem Stundenplan gestrichen werden und einer Konzentration auf das Wesentliche weichen.

von Monia Ben Larbi | Sep 2, 2016 | Global Goals Konferenz, Wissen

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